Jeanne Mammen. Die Beobachterin

Die Zeichnerin und Malerin Jeanne Mammen (1890-1976) ist eine der sperrigsten und schillerndsten Figuren der jüngeren deutschen Kunstgeschichte.

Als Berliner Künstlerin durchlebte sie Krieg, Zerstörung, Armut und den Wiederaufstieg aus Ruinen auf sehr eigene und produktive Weise. Als Chronistin des Berliner Lebens der 1920er Jahre ist sie auch über Berlin hinaus bekannt. Anmutig und herb: So charakterisierte Kurt Tucholsky 1929 die Figuren Jeanne Mammens. Diven, Vamps und kesse Gören tummeln sich in jenen Großstadtszenen, mit denen die Künstlerin in Magazinen und Satireblättern der 1920er-Jahre Furore machte. Das Lesepublikum sind vor allem modebewusste junge Frauen, die als Angestellte in den großen Büros der Stadt arbeiten. Kosmetik- und Modeindustrie boomen, Werbung und Massenmedien vermitteln das Leitbild der Neuen Frau.

Die scharfsinnige Beobachterin porträtierte glamouröse Zeitgenossen, das frivole Nachtleben oder Figuren am Rande der Gesellschaft: unverwechselbare Ikonen der „Goldenen Zwanziger. Die Retrospektive zeigt 170 Arbeiten aus über 60 Jahren und lässt die Bedeutung ihrer ikonischen Arbeiten aus den 1920er-Jahren, ihrer „entarteten“ Experimente und magisch-poetischen Abstraktionen wieder aufleben.

Die LOTTO-Stiftung Berlin unterstützt die Ausstellung der Stiftung Berlinische Galerie mit einer Fördersumme in Höhe von 300.000 Euro.

Die Ausstellung kann vom 6.10.2017-15.1.2018 in der Berlinischen Galerie Museum für Moderne Kunst besichtigt werden.
Öffnungszeiten
Mittwoch–Montag 10:00–18:00 Uhr
Dienstag geschlossen
Geöffnet an folgenden Dienstagen:
03.10., 31.10. und 26.12.2017

Bezeichnung des Bildes: Jeanne Mammen, o. T. (Selbstbildnis), o. D. (um 1926), Förderverein der Jeanne-Mammen-Stiftung e. V.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Stand: 17.8.2017