Castorfs Jahrhundert-“Faust”

Dank der Berliner LOTTO-Stiftung wird sich für Goethes „Faust“ auch künftig der Vorhang heben.

Die Jahrhundert-Inszenierung von Frank Castorf, für die mit dem Intendantenwechsel an der Volksbühne keine Wiederaufnahme in der Spielzeit 2017/18 erfolgte, ist von der Jury des Theatertreffens als eine der 10 bemerkenswerten Inszenierungen nominiert worden und wird im Rahmen des 55. Theatertreffens im Mai 2018 im Haus der Berliner Festspiele  fünf Mal aufgeführt.

Aus der Begründung der Theatertreffen-Jury:
„Frank Castorf liest Goethes „Faust“ in höchster Deutungsfreiheit und mit zahlreichen Fremdtext-Anlagerungen nicht als Drama des deutschen Denkers, sondern als Drama des europäischen Bürgertums, das 1789 aufgebrochen war, die Emanzipation der Völker aus feudalen Banden zu besorgen. Und was kam, waren die Bande der kapitalistischen Verwirtschaftung. Von den Menschenschöpfungsszenarien des „Faust II“ geht die Reise über das Frankreich des Zweiten Kaiserreichs bis in die koloniale Wirklichkeit des Algerienkriegs. Man verfolgt Faust nicht als Figur, sondern als Problemkomplex: Global Player Faust.“

„Faust“ ist Frank Castorfs vorletzte Regiearbeit in seiner Zeit als Intendant der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Premiere am 3. März 2017) – eine Szenen- und Themenmischung aus „Faust I“ und „Faust II“.  Frank Castorf ist zum fünfzehnten Mal zum Theatertreffen eingeladen.
Der Zuschuss der LOTTO-Stiftung für von Castorfs Jahrhundert-„Faust“ beträgt 250.000 Euro.

Spieltermine:
Di 1. Mai, 18 Uhr (Voraufführung), Fr 4. Mai, 17 Uhr
Sa 5., Mo 7. & Di 8. Mai 2018, jeweils 18 Uhr

Bildnachweis: © LOTTO Berlin

Stand 26.03.2018