LEAR im Flughafen Tempelhof
Mit „Lear“ kehrt Aribert Reimanns zeitgenössische Oper nach Berlin zurück. Die Eröffnungsproduktion der Komischen Oper Berlin wird im Hangar 4 des ehemaligen Flughafens Tempelhof präsentiert und ist damit bereits die vierte große Inszenierung des Hauses an diesem besonderen Spielort.
Im Mittelpunkt steht König Lear, der sein Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen möchte. Die jüngste Tochter Cordelia verweigert den geforderten Liebeswettstreit und wird daraufhin von ihrem Vater verstoßen. Was als Entscheidung über die Nachfolge beginnt, entwickelt sich zu einer Tragödie über Macht, Familie, Wahrheit und Einsamkeit.
Reimanns 1978 uraufgeführte Oper verdichtet Shakespears Drama in elf Szenen und verbindet eine ausdrucksstarke musikalische Sprache mit intensivem Musiktheater. Die Inszenierung von Barrie Kosky stellt Lear als alternden König in den Mittelpunkt, der mit den Folgen seiner Entscheidungen und der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert wird.
Der Flughafen Tempelhof bietet dafür einen außergewöhnlichen Rahmen. Das zwischen 1936 und 1941 errichtete Gebäude war einst ein Symbol nationalsozialistischer Monumentalarchitektur und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Luftbrücke zu einem Symbol der Freiheit. Seit der Schließung des Flughafens im Jahr 2008 werden die sieben Hangars unter anderem für Kultur, Sport und soziale Projekte genutzt.
Die LOTTO-Stiftung Berlin ermöglicht die neun Vorstellungen mit einem Zuschuss von 490.000 Euro.