Auf dem Gemälde ist eine Frau zu sehen. Sie trägt ein weißes Kleid und hält in der rechten Hand einen kleinen Zweig. Ihr dunkles Haar ist nach hinten gebunden. Um den Hals trägt sie eine goldene Kette. Die Frau schaut zur Seite. Dabei lächelt sie leicht.

Lovis Corinth. Dann kam Berlin!

31. August 2026

Vom 9. Oktober 2026 bis zum 25. Januar 2027 widmet die Berlinische Galerie dem Maler Lovis Corinth (1858–1925) eine große Ausstellung. Bereits zu Lebzeiten zählte der Maler neben Max Liebermann, Max Slevogt und Walter Leistikow zu den bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Berliner Moderne.

Corinth war bereits über vierzig Jahre alt, als er sich 1901 entschloss, seinen Lebensmittelpunkt von München nach Berlin zu verlegen. Mit dem Umzug in die Reichshauptstadt, die München als Zentrum der Moderne abgelöst hatte, entwickelte er sich von einem naturalistischen zu einem der bedeutendsten modernen Maler seiner Zeit.

An der Spree fand Corinth – unter anderem beeinflusst durch den französischen Impressionismus – zu seiner charakteristischen lockeren Pinselführung. Sein eigenwilliger, für viele zunächst provozierender Stil galt bald als Beleg, dass auch Deutschland innovative Künstlerpersönlichkeiten hervorbrachte. Im Fokus der Ausstellung stehen Corinths Erfolgsgeschichte in Berlin und sein prägendes privates Umfeld. Wie modern der Künstler malte, lebte und dachte, zeigen darüberhinaus auch weniger bekannte Themen: Corinths Malschule, in der er vor allem Frauen unterrichtete, und seine Arbeit für das Berliner Theater.

Mit der Schau erforscht das Museum den eigenen qualitätvoller Bestand an Gemälden von Corinth und knüpft an eine Reihe erfolgreicher monografischer Ausstellungen zur Berliner Moderne an, darunter 2023/24 Edvard Munch, 2021/22 Ferdinand Hodler oder 2019 Lotte Laserstein.

Die LOTTO-Stiftung Berlin finanziert einen Zuschuss zur Realisierung der Ausstellung von 300.000 Euro.

Bildnachweis: Lovis Corinth, Portrait Charlotte Berend im weißen Kleid, 1902 (ggf. Ausschnitt)
© Sammlung Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Oliver Ziebe, Berlin

Stand 31.08.2026